Viel Freude und Spaß am Tag der offenen Tür

Antrittsrede der neuen Schulleiterin

Viele werden sich fragen, was ändert sich denn jetzt, wenn Dr. Petra Hoppe Schulleiterin der IGS List ist und was wird bleiben. Wie ist denn ihr Bild von einer guten Schule?

Also, ich bin davon überzeugt, dass Schule so gestaltet werden muss, dass sich alle Beteiligten wohl fühlen. Denn nur wenn man sich wohl fühlt, kann man etwas lernen. Und wenn man sich wohl fühlt, kann man auch guten Unterricht machen. Schule ist also nicht ein Haus, in dem Wissen vermittelt wird, sondern Schule ist ein Lebensraum.

Schülerinnen und Schüler sollen in Schule so gefördert werden, dass sie sich bestmöglich entwickeln können.

  • Dazu gehört meiner Meinung nach vor allem eine gute Beziehung zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. – Lernen ist Beziehung.
    • D.h. es ist sehr wichtig, dass Lehrkräfte eine Lerngruppe über einen möglichst langen Zeitraum unterrichten. Erst dann lernt man seine Schülerinnen und Schüler richtig gut kennen und findet gemeinsam heraus, welche Hilfsmittel, Forder- und Fördermaßnahmen für die einzelnen Personen sinnvoll und zielführend sind.
    • D.h. es müssen neben dem Unterricht noch andere Aktionen stattfinden, die die Beziehung stärken: Projekte, Klassenaktionen, Klassenfahrten.
  • Für eine möglichst gute Förderung ist es aber auch notwendig, dass angemessene Anforderungen im Fachunterricht gestellt werden. Guter differenzierter Unterricht mit projektartigen Phasen bietet den Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten ihr Potential zu entfalten. Unterrichtsentwicklung war und ist einer meiner Schwerpunkte. Ich bin davon überzeugt, dass Unterrichtsentwicklung nur im Team gelingen kann. Mit der Erstellung von differenzierten Materialien für jede Unterrichtseinheit ist der einzelne überfordert.
  • Die Schule muss Angebote vorhalten, die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bieten, sich zu engagieren (Projekt Verantwortung, Schüler coachen Schüler, Paten, SV, WPK Internationale Politik…) und sich erproben, Projekt „Herausforderung“, Outdoor-AG…, um nur einige zu nennen. Auf diese Weise ist es möglich seine Persönlichkeit zu entwickeln und zu stärken.
  • Schule muss so gestaltet sein, dass Schülerinnen und Schüler Dinge lernen, die für das Leben wichtig sind. Dazu gehören vor allen Dingen die Fähigkeit zur Teamarbeit und die Fähigkeit, sich Inhalte selbst zu erarbeiten. Darüber hinaus ist es wichtig in Schule Möglichkeiten zu gestalten, damit die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken, um eine Idee zu entwickeln, welchen berufliche Richtung sie später einschlagen können. Dazu gehören neben einem vielfältigen WPK-, AG-Angebot, auch Forschungsvorhaben, Schülerfirmen, Potentialanalysen, das freie Projekt und die Praktika.

Eine gute Schule, die so vielfältige Dinge leistet, kann man nur im Team entwickeln und gestalten. Ein demokratischer Führungsstil ist mir wichtig. Jeder ist in seinem Bereich verantwortlich und wird ernst genommen. Ausgehend von einer gemeinsamen Vision werden die nächsten Schritte gemeinsam geplant und umgesetzt. Nur auf diese Weise werden Maßnahmen in der Breite auch umgesetzt. Die Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Maßnahmen wird evaluiert, so dass ggf. nachgesteuert werden kann. Auch das ist mir wichtig.

Vieles von dem, was ich gerade angesprochen habe, wurde in der Vergangenheit in meiner Tätigkeit als Didaktische Leiterin schon deutlich.

Für meine neue Funktion als Schulleiterin nehme ich mir vor, möglichst nur einen zentralen Schwerpunkt in der Schulentwicklung pro Schuljahr zu setzen und umfassende Vorhaben gut zu Ende zu bringen, bevor ein neues begonnen wird. Ein zentrales Arbeitsfeld sehe ich im Bereich der Inklusion und in dem Zusammenhang speziell in der Planung von differenziertem Unterricht – möglichst ohne eine Vielzahl von verschiedenen Arbeitsblättern. In diesem Zusammenhang ist mir auch der Fokus der Unterrichtsplanung wichtig. Bildung für nachhaltige Entwicklung sollte in allen Fächern in den verschiedensten Zusammenhängen eine zentrale Rolle spielen.

Dr. Petra Hoppe